HOHE BIRGA - Die Rätische Wehrsiedelung

 

Die Räter, ein raues und kampfeslustiges Volk, bewohnten seit dem Ende des 6. Jh.v.Chr. den Alpenraum vom Unterengadin im Westen bis in das Virgental im Osten und im Süden bis an den Gardasee. Eine bereits von den Römern vermutete Verwandtschaft mit den Etruskern ist bislang noch nicht nachgewiesen, jedoch zeigen sich sprachliche Parallelen. 

 

15 v.Chr. begannen die Römer ihren Feldzug, um die Alpen zu erobern. Die Einwohner der Region wehrten sich verbittert, doch gegen die gnadenlos vorrückende römische Militärmaschinerie war der Widerstand der heroisch kämpfenden Stämme zum Scheitern verurteilt.

 

Im Zuge der militärischen Besetzung des heutigen Nordtirols dürfte auch die kleine rätische Wehrsiedlung auf der „Hohen Birga“ niedergebrannt worden sein - ob im Zuge von Kampfmaßnahmen oder auch als Vergeltung für rätische Guerillaangriffe, ist bislang noch unklar.

 

Bei der „Hohen Birga“ in Birgitz nahe Innsbruck handelt es sich um einen kleinen bewaldeten Hügel, der sowohl Schutz gegen Vermurung und Hochwässer als auch gegen mögliche menschliche Feinde bot. Bereits bei früheren Grabungen (1937) wurden einige Gebäude, aber auch keramische Gefäße, Schmuck und Werkzeuge aus Metall sowie Objekte aus Glas und Bein entdeckt. 

 

Die Funde belegen eine Datierung der Siedlung in die jüngere Eisenzeit, also vor mehr als 2000 Jahren. Bei der Siedlung auf der „Hohen Birga“ handelt es sich um die älteste und größte geschlossene rätische Siedlung in Tirol. 

 

In den Vorjahren konnten durch das Institut für Archäologien der Universität Innsbruck die archäologischen Arbeiten wieder aufgenommen werden. Dabei gelang es, ein in den Hang eingetieftes eisenzeitliches Haus freizulegen, das aus gewaltig anmutenden behauenen Steinen in Trockenbauweise errichtet wurde. 

 

2022 wird das archäologische Team die Forschungen weiterführen. Die Wissenschaftler erhoffen sich, in dieser Saison klare Hinweise auf die tatsächlichen Gründe des Untergangs der Siedlung zu finden. 

 

Die Vorträge der Projektwoche umfassen die untersuchte Kultur und die Geschichte des Grabungsortes, Keramikkunde („Scherbenseminar“), Vermessungskunde sowie Grabungsmethodik.  Zu allen Vorträgen werden schriftliche Unterlagen beigestellt.

 

Zum tieferen Verständnis der handwerklichen Grundlagen der Antike werden wir im Laufe der Woche auch ein gemeinsames experimentalarchäologisches Projekt durchführen.

 

Die Exkursionen führen uns wahlweise in das im Aufbau befindliche Rätermuseum in Birgitz, die Ur- und Frühgeschichtliche Abteilung im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum sowie ins ATRIUM-Zentrum für Alte Kulturen der Universität Innsbruck und das dortige Universitätsmuseum.

 

Zudem können weitere Fundplätze der rätischen Kultur in Tirol wie die rätische Siedlung Himmelreich in Wattens, ein rätisches Gebäude in Vill sowie ein Brandopferplatz am Piller Sattel in Fliess besichtigt werden.

 

Grabungsleitung:
Mag. Florian Müller Bakk.

Institut für Archäologien
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

 

Termin: Juli 2022 (SA auf SA)

Gruppengröße: Mindestens fünf, maximal achtTeilnehmer

Preis: ab € 1.680,00 im DZ ohne An- und Abreise

 

Auf allen unseren Ausgrabungen inkludiert: Wissenschaftliche Schulung und Betreuung untertags und bei Exkursionen und Ausflügen. Sieben Übernachtungen in einem nahegelegenen Landhotel im DZ/EZ mit Dusche/WC. Frühstück. Mittags-Snack. Jederzeit Mineralwasser auf der Grabung. Tägliche Transfers. Ausflüge und Exkursionen samt Eintritten. Ausführliche schriftl. Unterlagen. Arbeitsgeräte und Arbeitshandschuhe. Nicht inkludiert: An- und Abreise (bei der Planung Ihrer An- und Abreise sind wir gerne behilflich). EZ- Zuschlag. Abendessen samt der Getränke. Reise- Rücktrittskosten-Versicherung. Trinkgelder und persönliche Ausgaben.